“Harmonie” in der Schule? Was sich auf den ersten Blick als “Augenwischerei” und das Negieren von Problemen liest, lässt sich vielleicht als Metapher vor dem Hintergrund des musikalischen Begriffsverständnisses besser verstehen. Die Voraussetzung von Harmonie beispielsweise in einem Orchester ist die Bereitschaft Einzelner selbstbewusst und zuverlässig ihre Stimme zu spielen, aber auch mit Instrumenten zusammenspielen, die ihrem eigenen Wesen wenig entsprechen, im Bewusstsein, dass ein harmonischer Gesamtklang auf vielen verschiedenen Klangfarben beruht. Das Zusammenspiel erfordert ein Gehör und eine Sensibilität dafür, wann man selbst führen und wann man eher andere begleiten oder Pausen einhalten muss. Entscheidend für ein gelingendes Zusammenspiel ist natürlich das Taktgefühl, das bei allen vorhanden sein und auf das man sich gegebenenfalls immer wieder gegenseitig aufmerksam machen muss. Wie „im normalen Leben” können auch in der Musik Dissonanzen bereichernd sein, in jedem Fall muss man sie aushalten können. Aber man bleibt nicht bei ihnen stehen. So gibt es in der Musik Regeln und viele kreative Möglichkeiten sie aufzulösen, ohne dass es dabei zu Einstimmigkeit kommen muss.
Das grundsätzlich positive Schulklima am CEG hat – wie an anderen musischen Gymnasien - sicher viel mit der Ausbildunsgrichtung und der entsprechenden Schüler- und Elternklientel zu tun. Dennoch sind auch bei uns im letzten Jahrzehnt immer wieder einmal Defizite in der Kommunikation zwischen Eltern und Schule, zwischen Lehrerkollegium und Schulleitung oder innerhalb der Lehrerschaft beklagt worden. Eine Konsequenz war vor sieben Jahren die Einrchtung eines informellen AK Kommunikation aus Mitgliedern des Elternbeirats und des Lehrerkollegiums, der sich seitdem alle sechs Wochen trifft, um sich auszutauschen und Ideen für eine Verbesserung der Schulkultur zu entwickeln, die dann an die „offiziellen“ Organe weitergegeben werden. Nicht zuletzt durch den AK hat sich insgesamt die Zusammenarbeit von Elternbeirat, Schulleitung und SMV in dnen letzten Jahren deutlich intensiviert. Es besteht regelmäßiger eMail- und beinahe wöchentlicher Gesprächskontakt zwischen den drei Gremien, was eine partnerschaftliche Organisation und Gestaltung von Veranstaltungen erheblich erleichtert.
Als Folge der Externen Evaluation 2006 wurde nach eingehender Diskussion im Lehrerkollegium eine so genannte „Koordinierungsgruppe“ ins Leben zu rufen, die keine Weisungsbefugnis hat, deren Mitglieder sich frei zusammen finden und ihrem Namen entsprechend den Schulentwicklungsprozess koordinieren sollte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten des Selbstverständnisses und des Auftrags im Einzelnen trägt die Arbeit der KO-Gruppe mittlerweile erkennbare Früchte. So hat sie zahlreiche Initiativen angestoßen (z.B. neues Fahrtenkonzept, Kompetenzorientierung, Pädagogische Klassenkonferenzen, Halbjahresbilanz der Fünftklässler/-innen).
Deutliche Fortschritte lassen sich in den letzten Jahren auch bei der Information und in der Kommunikation sowohl zwischen Schulleitung und Eltern, als auch zwischen Schulleitung und Kollegium ausmachen. So wird die Schulhomepage bewusst als Medium für tagesaktuelle Meldungen genutzt und werden alle Rundschreiben auf Wunsch elektronisch per Mail versandt. Besonders positiv wird von den Lehrkräften der „Servide“ der Schulleitung aufgenommen, am Wochenende in der „Freitagsinfo“ und „Neues aus Haus und Hof“ längerfristige und aktuelle Informationen für die neue Woche (z.B. Termine, abwesende Klassen, Raumbelegungspläne etc.) per Mail an alle Kolleg/-innen und Verwaltungskräfte (Sekretärinnen und Hausmeister) zu verschicken. Dadurch hat sich die Kommunikation auch innerhalb des Kollegiums wesentlich verbessert.
Neben Information, Kommunikation und Kooperation lebt unsere Schulkultur auch vom Diskurs. Gespräche zwischen SMV, Elternbeirat, Kollegium und Schulleitung beschränken sich nicht auf die Vorbereitung des nächsten Sommerfests oder die Sauberkeit im Schulhaus, sondern dienen auch der konzeptionellen Weiterentwicklung. So organisieren Elternbeirat und Schulleitung in diesem Schuljahr zum dritten Mal eine Vortrags- und Diskussionsreihe für Eltern, Lehrkräfte und heuer erstmals auch interessierte (ältere) Schüler/-innen von jährlich fünf „Pädagogischen Abenden“ zu einem übergreifenden Jahresthema. Außerdem werden im Sinne von Transparenz und Mitsprache sowohl die SMV als auch der Elternbeirat zu den Lehrerkonferenzen eingeladen und haben dort Rederecht.
Im Blick auf unsere spezifischen Stärken, die bisher angestoßenen, an unserem Schulprofil ausgerichteten Prozesse, aber auch orientiert an nach wie vor existierenden Defiziten wollen wir auf dem Weg der inneren Schulentwicklung in den nächsten Jahren weiter vorankommen in dem Bemühen, im Rahmen der strukturellen Vorgaben eine demokratische Schulkultur zu verwirklichen.




