Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen

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Musische Bildung und Förderung von Kreativität

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Musische Bildung und Kreativität sind eng verknüpft mit unserem Verständnis des gymnasialen Bildungsauftrages für unsere Schule. Bildung, Kreativität und Kommunikation bilden die Trias in der Zielformulierung für unsere Aktivitäten.

Als musisches Gymnasium verfolgen wir einen systematischen Aufbau der Breitenförderung. Diese Förde­rung beginnt mit der Beratung der Eltern und Kinder bei der Einschreibung. Musiklehrer kümmern sich um die Fragen der Eltern und sind bei der Entscheidung behilflich, welches Instrument gelernt werden soll. Aufgrund des unterschiedlichen Kenntnisstandes der Schüler/-innen aus den verschiedenen Grundschulen im Bereich der Musiktheorie und Notenlehre bieten wir in der 5. Jahrgangsstufe eine freiwillige Intensivie­rungsstunde im Fach Musik an, in der fehlende Kenntnisse aufgeholt werden können.

Auf Breitenförderung zielen unsere zahlreichen altershomogenen und jahrgangsübergreifenden musikali­schen Ensembles, die systematisch die verschiedenen Jahrgangsstufen ansprechen, vom Niveau her aufei­nander aufbauen und so auch in der Schülerbiographie musikalische Entwicklung möglich machen.  Die Chance zur Erweiterung der Sozialkompetenz besteht darin, dass sich die Schüler/-innen neben ihrer Klasse in weitere schulische Arbeitsgruppen integrieren können und ggf. in diesen Gruppen auch Anregungen und Akzeptanz finden, die ihnen in der Klassengemeinschaft fehlen. Sehr stolz sind wir darauf, dass sich aus die­sen Ensembles „kleine Einheiten“ herauskristallisieren, die oft in Eigenregie der Schüler/-innen verschie­dene kleine Anlässe musikalisch umrahmen.

Wo immer es möglich ist, streben wir eine Zusammenarbeit mehrerer Ensembles (z.B. Chor/Orchester; Chor/Theater, Chor/Stompgruppe usw.) an.  Dies erweitert das Repertoire in den einzelnen Ensembles, ermöglicht neue Begegnungen von Schüler/-innen und fördert auch die interkollegiale Zusammenarbeit.

Gerade mit den Ensembles bietet es sich an, den engeren Rahmen des Schulhauses zu verlassen. Dies ge­schieht z. B. bei der Erarbeitung von Stücken mit außerschulischen Partnern (z. B. Aquire / Staatstheater Nürnberg) oder bei der Präsentation der Ergebnisse in Konzerten und Aufführungen außerhalb der Schule (Bigband: Kultur-E-Werk; Musicalgruppen: Erlanger Schultheatertage des Markgrafentheaters Erlangen) oder auch bei Auftritten in Sozialeinrichtungen (Unterstufenorchester: Seniorenwohnstift Rathsberg, The­rapiezentrum Laufer Mühle, nicht zuletzt bei Benefizkonzerten (Großes Orchester 2010 zugunsten des Or­gelbaus in St. Matthäus/Erlangen) und während Auslandsfahrten (Aquire: Wladimir/Russland 2009 oder Großes Orchester: Athen/Griechenland, Rom/Italien). Diese besonderen Projekte wirken sich stabilisierend und identitätsfördernd auf die einzelnen Ensembles aus und ermöglichen den teilnehmenden Schüler/-in­nen bleibende Erlebnisse.

Im Bereich der Spitzenförderung ist der Mädchenauswahlchor Aquire anzusiedeln. Hier agieren ausge­wählte Sängerinnen, die auch bereit sind, neben den wöchentlichen Proben zusätzlich Zeit und Energie zu investieren. In Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogin Anja Sparberg und der Musiktheaterregisseurin Cordula Jung am Staatstheater Nürnberg wurde im Projekt „u18plus“ das szenische Stück „Und siehe mich“ -  ein Stück über Individualität, Selbstvertrauen und Weiblichkeit“ konzipiert und in der Reihe „Expedition Oper“ dort auch uraufgeführt. Junge Frauen suchen eine Kirche auf, um Schutz bei der Heiligen Maria zu finden. Dort erwachen biblische Frauengestalten, die sich mit den Besucherinnen gemeinsam durch die Bi­bel bewegen. Schülerinnen haben Liedtexte, Dialoge und viele Ideen bei der Choreographie des Stückes eingebracht. Die Kompositionen wurden vom Erlanger Komponisten Uwe Strübing eigens für diese Texte geschaffen und von den Mädchen und einem schuleigenen Auswahlorchester einstudiert und zur Auffüh­rung gebracht. Dass der Prozess der Erarbeitung einer Eigenproduktion noch einmal zusätzlich kreatives Po­tenzial freisetzt, muss nicht weiter erläutert werden.

Eine Verbindung der verschiedenen musischen Teilbereiche und damit die interdisziplinäre Zusammenar­beit gelingen nicht in jedem Schuljahr in gleicher Weise, sind für uns aber in Zwei- bis Dreijahresabständen erklärtes Ziel. Zu den jüngsten Produktionen in diesem Rahmen zählt die Inszenierung und Aufführung der Orchesterfassung von Carl Orffs Carmina Burana 2008. Die Chorpartien wurden sowohl vom Großen Chor als auch von den Chören der Unterstufe gesungen. Damit waren bereits 200 Sänger/-innen auf der Bühne. Gesangssolisten konnten u. A. aus dem Kollegium gewonnen werden. Das Große Orchester begleitete die Chorpartien. Instrumentalpartien wurden von einer Tanzgruppe der 10. Jahrgangsstufe begleitet; die Ver­bindung der einzelnen Teile des Werkes übernahmen Schauspieler/-innen des Grundkurses Dramatisches Gestalten, die eigens entwickelte Dialoge auf die Bühne brachten.

Im Rahmen des Darstellenden Spieles erarbeiten die Theatergruppen der 6. Klassen immer wieder altersgerechte Stücke, mit denen sie auch bei den alljährlich stattfindenden Erlanger Schultheatertagen in den Räumen des Markgrafentheaters präsent sind. Ebenso eifrig war bis zum vorletzten Schuljahr eine Gruppe der Mittelstufe (8.-10. Klasse). Die Theatergruppen der Oberstufe entwickeln ausnahmslos Eigenproduktio­nen, die sich aus der Körper- und Improvisationsarbeit im Kursverlauf entwickeln. Immer wieder gibt es auch von dieser Seite aus Gelegenheiten zur fächerübergreifenden Zusammenarbeit, zuletzt 2009 mit dem Stück „Sommernachtsträume“ in Anlehnung an den „Sommernachtstraum“ William Shakespeares und in Kombination mit Teilen aus der Barockoper „Fairy Queen“ von Henry Purcell. Leider können wir mit unse­ren personellen Ressourcen die Nachfrage nach Theaterkursen in allen Jahrgangsstufen nicht befriedigen.

Der Fachbereich Kunst hat nach der fast dreijährigen Sanierung, der viele Kunstexponate weichen mussten, in diesem Schuljahr in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, dem Elternbeirat und dem Freundeskreis der Schule das Projekt „Kunst zurück ans CEG“ gestartet. Neben finanziellen Fragen und Sponsorenaquise, de­rer sich Elternbeirat und Freundeskreis annehmen, und der technischen Einrichtung einer Bildergalerie mit brandschutzrechtlich genehmigten Aluminiumwechselrahmen, um die sich die Schulleitung in Absprache mit dem Sachaufwandsträger kümmert, initiieren die Kunsterzieher in diesem Schuljahr in verschiedenen Klassen eine Art Wettbewerb, der ausstellungswürdige Arbeiten zutage bringt. Diese sollen in den Trep­penhäusern und in den Fluren aufgehängt werden. Ein Teil des Galeriensystems dient für „Wechselausstel­lungen“, in denen mehrmals im Jahr wechselnde Arbeiten einzelner Klassen zu einem bestimmten Thema präsentiert werden.

Als musisches Gymnasium sind wir natürlich bestrebt, diese kreative Ausrichtung auch im alltäglichen Un­terricht zu integrieren. Hier bekommen wir von den Referendaren/-innen der Studienseminare, die aus dem Zweigschuleinsatz zurückkehren, immer wieder die Rückmeldung, mit welcher Selbstverständlichkeit, Akzeptanz und Freude von unseren Schüler/-innen auch im Unterrichtsalltag kreativitätsfördernde Metho­den bereitwillig angenommen werden, wie z. B. das Spielen kurzer Szenen, die Arbeit mit Standbildern und anderen Elementen aus der theaterpädagogischen Arbeit, das Arbeiten mit Kunstbildern und Karikaturen.


 

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